Stora Fjäderägg
Stora Fjäderägg bietet Natur und Kultur - und
interessante Begegnungen. Der natürliche Ausgangspunkt für
Ausflüge auf der Insel sind die beim Leuchtturm liegenden
Wärterwohnungen. Vom Hafen führt ein schmaler Zementweg
über eine spärlich bewachsene Blockhalde und Krähenbeerenheide
hinauf zum Leuchtturm. Der ungefähr 1 Kilometer lange, gerade
Zementweg ist zu einem Wahrzeichen der Insel geworden. Hier treffen
Sie die Menschen, die in die Zivilisation zurückkehren oder
möglicherweise einen radelnden Ornithologen, der sein Vogelnetz
ein letztes Mal kontrolliert, bevor die morgendliche Beringung
zu Ende gehtr.
Das Ei", wie Vogelbeobachter Stora Fjäderägg
nennen, liegt an einer Stelle, an der sowohl die Südost-
als auch die Südwestzieher durchfliegen. In den feinmaschigen
Netzen der Vogelberinger landen sowohl die zum Persischen Golf
fliegenden Blaukehlchen (Luscinia svecica)
als auch die nach Afrika ziehenden Fitisse (Phylloscopus
trochilus). Die Netze sind manchmal übervoll; stimmen
die Windverhältnisse nicht, können sie aber auch ganz
leer bleiben. Auf der Insel haben Vogelbeobachter auch die Chance
Seevögel zu sehen, die weit draußen über das Meer
ziehen. Das können kleine Seetaucher-Gruppen oder Schwärme
von Ringelgänsen (Branta bernicla)
auf dem Weg zum Weißen Meer sein. Stora Fjäderägg
bietet auch außerordentlich gute Möglichkeiten, östliche
Vogelarten, die sich etwas verflogen haben, zu Gesicht zu bekommen.
Heißt man Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus
inornatus) oder Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus
proregulus), kann man sich auf dieser Insel immerhin ein
bisschen ausruhen, bevor man weiterzieht.
Die Vögel finden auf der Insel nicht viel Schutz
- das ist wohl genau, was uns Menschen anzieht. Stora Fjäderägg
besteht fast ausschließlich aus Heideland, auf dem einzelne
Wacholdersträucher und vereinzelt dichte Fichtengehölze
stehen. Seit sie nicht mehr regelmäßig gepflegt wird,
droht die Insel aber langsam zuzuwachsen. Deshalb entfernen die
Vogelbeobachter und die Bewohner von Holmö vorsichtig einen
Teil der Kiefern und Fichten auf den Heideflächen.
Stora Fjäderägg ist eine der Stellen im Kvarken,
die große Bedeutung für die Navigation in den gefährlichen
Gewässern hatte. Um den Schiffsverkehr aus Norden sicherer
zu machen, wurde im Jahr 1850 ein Leuchtturm errichtet. In den
Wärterwohnungen beim Leuchtturm ließen sich mehrere
Familien nieder. Gleich westlich der Wohnungen liegt der Überrest
einer kleinen bebauten Fläche. Offenbar bestellten die Inselbewohner
den Boden in den Senken des kargen Heidelandes. Die kleine Wiesenfläche
ist nun eine der Stellen, die Singvögel zur Rast locken.
Stora Fjäderägg war lange Zeit die Basis für
den Fisch- und Robbenfang um den nördlichen Teil der Holmöarna.
Davon zeugen nicht zuletzt die interessanten Vorrichtungen zum
Trocknen von Fischernetzen im Süden der Insel.
Heutzutage ist Stora Fjäderägg im Spätherbst,
im Winter und zu Beginn des Frühlings menschenleer. Im Frühsommer
und Frühherbst ist die Vogelstation bemannt. Von den Vogelbeobachtern
abgesehen, zieht es die meisten Besucher im Sommer auf die Insel.
Mitte 2001 wurde in einem der Häuser beim Leuchtturm eine
Jugendherberge eröffnet. Die Unterkunftsstätte wird
vom Bootsmuseum von Holmön betrieben, die Besucher werden
mit einem Boot (Slupen") in Byviken auf Holmön
abgeholt.
Wenn Sie auf Stora Fjäderägg wollen, müssen
Sie daran denken, Ihre gesamte Verpflegung mitzunehmen. Es kann
auch nicht schaden, eine Extraration einzupacken - für den
Fall, dass die Windverhältnisse die Rückfahrt verzögern.
Bringen Sie auch warme Kleider mit. Besonders im Frühling
und Frühsommer kann es auf Stora Fjäderägg viel
kälter sein als auf dem Festland.
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